Beginn
Mi., 07.10.2026,
09:00 Uhr
Aggressionen und Gewalt scheinen zunehmend unseren professionellen und privaten Alltag zu bestimmen! Dieser dreitägige Präsenz-Workshop richtet sich vor allem an Lehrkräfte, Erzieher*innen, sozialpädagogische Fachkräfte, Fach- und Führungskräfte im Sozial- und Gesundheitswesen.
Oftmals ist kaum verständlich, warum Kinder, Schülerinnen und Schüler, betreute Personen, Bekannte oder auch fremde Menschen, denen wir per Zufall im Alltag begegnen, aggressiv sind oder gar gewalttätig werden. Dies kann bei uns selbst Gefühle von Ohnmacht oder Angst erzeugen. Ein erster Schritt, aus der Ohnmacht herauszukommen, ist es, die Ursachen von Aggressionen und Gewalt zu verstehen. Anhand des Modells der AggressionsAcht und anderen Modellen wird die Fähigkeit vermittelt, zwischen konstruktiven und destruktiven Aggressionen zu unterscheiden. Es werden Möglichkeiten erarbeitet, konstruktive Aggressionen zu leben, ohne dass sie zu Gewalt werden. Zudem erfährst Du Möglichkeiten, andere Personen aus der Gewalt heraus zurück in den konstruktiven Bereich der Aggressionen zu begleiten.
Anhand des Fuji-San-Eigenschutz-Konzeptes erfährst Du die große Bedeutung von Achtsamkeit und Aufmerksamkeit als Präventionsmöglichkeit für die Entwicklung von Aggressionen und Gewalt.
Für selbst erlebte oder vorgestellte Situationen, in denen Aggressionen oder Gewalt zum Problem wurden, werden nach Einordnung in die Modelle Interventionsmöglichkeiten erarbeitet und eingeübt.
Der zweite Tag startet mit Achtsamkeits- und Aufmerksamkeitstrainings: Durch Sensibilisierung für unsere eigene Körperenergie und durch Atemübungen werden wir uns auf Arbeit mit dem Holzschwert vorbereiten.
Im Anschluss sind wir bereit zur Arbeit mit verschiedenen Status-Ebenen und entwickeln ein neues Selbstbewusstsein, welches es Dir ermöglicht, angemessen auch in kritischen Situationen zu reagieren. Wir üben intensiv anhand des Modells der kontrolliert eskalierenden Beharrlichkeit (KEB), den flexiblen Statuswechsel zu leben.
Der dritte Tag ist dem technischen Eigenschutz gewidmet: Wir lernen, biologische Symptome von Stress und Angst bei uns und bei anderen zu erkennen und zu verstehen. Wir erarbeiten Möglichkeiten, um trotz der drei grundlegenden Reaktionen des Körpers auf Stress und Angst (Fight, Flight und Freeze) handlungsfähig zu bleiben. Nach einer Einführung in das Notwehrrecht und Antworten auf die Frage nach der Verhältnismäßigkeit unserer Reaktionen üben wir Schutz-Möglichkeiten ein, die uns dabei helfen, andere Personen aus der destruktiven Gewalt hinauszubegleiten, ohne selbst zu Schaden zu kommen.
Ziele des Bildungsurlaubs:
Vorstellung des Systemischen Aggressions-Managements nach sam-concept und weiterer Modelle als Analysemöglichkeit für das Entstehen und die Hintergründe von Aggressionen und Gewalt
Einordnen verschiedener vorgestellter oder erlebter Aggressions- und Gewaltsituationen in die Modelle
Vorstellung von Möglichkeiten und Gesprächstechniken zum spielerischen Lösen von Konflikten
Modell der kontrolliert eskalierenden Beharrlichkeit (KEB) nach Bongartz und Rohde
Praktische Übungen mit dem Modell der KEB
Aikikendo und weitere Achtsamkeitsübungen
Körperliches Schutzmanagement (Selbst- und Fremdregulierung, verschiedene Interventionsmöglichkeiten)
Tag 1: 09.00 – 16.00 Uhr
Aggressionsmanagement
Einführung in das Systemische Aggressions-Management zur Analyse von Aggressionen von Gewalt
Vorstellung des sechsstufigen Eigenschutzkonzeptes der Fuji San Akademie
Einordnen erlebter oder vorgestellter Situationen, in denen Aggressionen oder Gewalt erlebt wurden
Intensives Einüben von Interventionsmöglichkeiten bei der Begegnung von Aggressionen und Gewalt
Tag 2: 09.00 – 16.00 Uhr
Kommunikationsmanagement
Achtsamkeits- und Aufmerksamkeitstraining zur Vermeidung von Aggressionen und Gewalt, vor allem: Ki- und Atemübungen, Aikikendo (Achtsamkeitsübungen mit dem Schwert)
Konflikte spielerisch lösen mit verschiedenen Methoden
Einführung in das Konzept der Statusspiele und intensives Üben des Einnehmens verschiedener Status-Ebenen
Einführung in das Konzept der kontrolliert eskalierenden Beharrlichkeit (KEB) und intensives Üben
Kommunikation für hoch-eskalative Situationen
Tag 3: 09.00 – 16.00 Uhr
Körperliches Schutzmanagement
Symptome von Angst und Stress erkennen und einordnen können
Grenzen wahrnehmen, setzen und schützen
Möglichkeiten der Selbst- und Fremdregulierung
Einführung in die Themen Notwehrrecht und Verhältnismäßigkeit
Schutz-Optionen im Umgang mit Schutzbefohlenen (z.B. Kinder, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Demenzerkrankung)
Interventionstechniken gegen Schubsen, Ziehen, Würgen etc.
Weitere Schutz- und Abwehrtechniken – je nach Bedarf der Teilnehmenden
An allen drei Tagen werden Bewegungs- und Entspannungsübungen stattfinden.
Die Teilnahme ist auf zehn Personen begrenzt.